Wolke 7 vs. Katastrophe


Der Spuk nach der Fashionshow.

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shop the look

Ich weiß, mein Bericht ist nun etwas spät dran.
Aber ich möchte mir trotzdem nicht nehmen lassen, euch von DEM EVENT des Sommers zu berichten.

Meine Tante schüttelt nur den Kopf und meint „Du hast vielleicht ein Leben“.
(Sie war Krankenschwester und ihr Mann Beamter – da gibt es so einen Hokuspokus von “Mal eben Freimachen” nicht)
Denn direkt nach der Show bin ich mit meiner Schwester auf und davon auf Sommerreise.
Und ich gebe zu – einfach mal sieben Wochen Urlaub machen, ist schon etwas … dekadent.

Ich meine, IRGENDWELCHE Vorteile muss der selbstständige Quatsch ja haben.
Wenn man schon nie einen geregelten Alltag hat, dann kann man auch einfach mal ein Weilchen abhauen, wenn man lustig ist.

Warum ich euch das unter die Nase reibe?

Manchmal liegt High Life und Katastrophe haarscharf nebeneinander.

Und selten durfte ich das in einem so kurzem Zeitraum spüren wir am 22. Juni. Inkl. der Nacht auf den 23.
(Was war da nochmal?! Letzter Tag vor meinem Urlaub – Unsere Fashionshow)
Doch bevor ich euch berichte, wie die Dinge nach 24.00h in bedrohlichste Sphären sanken, sollt ihr alles über den Glanz und Glamour der Show selbst erfahren.

Ich glaube, sonst wusste ich in etwa, auf welche Gäste ich bei so etwas zählen kann. Man kennt ja seine Pappenheimer.
Doch da ich nun schon ein halbes Jahr aus der Heimat verschwunden war und gleichzeitig noch Neuling in Frankfurt, hatte ich einfach kein Bild von unserer aktuellen „Fan Base“.

Show steht, Hotel top, Models check.

Aber WER KOMMT?!

Noch bis kurz vor knapp waren wir auf die Folter gespannt. Denn an Hand der Vorverkauftickets ließ sich wenig erschließen.
Doch was kam, erfüllte uns – mit viel Stolz.
Ja wirklich, ich war einfach nur stolz und geehrt, dass so viele Menschen aus den verschiedensten Kontexten plötzlich auf der Matte standen und wie selbstverständlich ihre Begleitungen mitschleppten.

THEY LOOKED STUNNING.

 

Ich gebe zu, ich hatte noch nie so SCHÖNE Gäste wie diesmal.
Natürlich ist das Aussehen zweitrangig, aber als Designerin blühte mir wirklich das Herz auf, zu sehen, wie sich dem Anlass zu Ehren herausgeputzt wurde.
(An alle die da waren; ihr habt einfach STIL! Definitv Fashion Week reif.)

Die Welcome Drinks mit Lavendel waren ein Traum. (Thanks to the amazing LEGACY Bar vom Le Meridien Hotel!)


Und diesmal konnte ich wirklich sogar zu Anfang schon einen trinken.

Weil; ich war zwar aufgeregt wie selten, aber eins wusste ich: Auf mein Team ist zu 100% Verlass.

Ob meine Mädels im Backstage oder der bezaubernde Empfang, mein bester Freund, der sich noch bis kurz vor knapp mit der Umkleide herumschlug, Samu und Papa, die den absoluten Überblick wahrten und ein Herz von Schwester mit meiner 1A Praktikantin, die alle übrig bleibenden Problemchen im Keim erstickten.
Meine drei Partnerlabels glänzten an Ort und Stelle – alles stimmte.

THE SHOW

Ricarda hielt also wie immer ihre (vielleicht etwas zu lange) Rede (einer meiner Lieblingsparts hehe) und Samu’s KILLER Playlist ertönte.(Mashup aus Great-Gatsby-Soundtrack und finest Techno Beats – glaub mir, es ging unter die Haut)

Voll in meinem Element. Wahrscheinlich wieder viel zu laut. 😀
Papa amüsiert sich.

Mit meiner knalligen Cherry-Tomato-Red Kombo und Herzchen-Socken wird die Show von ehemaligen GNTM Model Karlin eröffnet.
Bam.

Die Models haben einfach nur gerockt.

Verspielte Posen und dann wieder irre cool, siegessicherer Walk, fester Augenkontakt, kurzes Lächeln zwischendrin. So stell ich mir das vor.

Jedes Outfit hatte die passenden Taschen von den Designer Label Julia Cristin und Schmuck von dem Münchner Boudi Soul Store. Perfekte Kombi.

 

Manche Designs gehen nicht in Serie, weil es sonst einfach zu viel wäre. Aber hier konnte ich endlich meinen Badeanzug für SS18 zeigen – I LOVE IT.

Die Jungs mit den Anzügen von Blovet boten auch etwas für die Herren (oder die Damen, wie man es nimmt) – sehr schick.

Der schicke Ehemann meiner besten Freundin 🙂

So war die Show also vorbei, alle waren glücklich, die Gläser klirrten.

Doch ab Mitternacht (okay, das klingt jetzt wirklich dramatisch, aber es ist wahr!) begann der Spuk.

Und Morgens um 6h ging unser Flieger nach Italien.
Sechs Stunden um mein wichtigstes Event zu Ende zu bringen und mit Sack und Pack am Flughafen zu landen, um einen smoothen Abgang in Sommer, Sonne, Strand zu machen.

Aus irgendeinem Grund bin ich bei unseren eigenen Fashionshows immer EXTREM angespannt, mein Kopf (was ich sonst nie habe) verkrampft sich und danach rasseln die Kopfschmerzen auf mich ein. Eine Entspannung fühle ich nach der Show nur bedingt, weil dann erst der Spaß vom Abbau beginnt. Und diesmal konnte nichts auf den nächsten Tag verschoben werden, weil ich erstmal 7 Wochen weg sein würde.

Meine Mama wurde am Nachmittag ins Krankenhaus geliefert wegen Migräneanfall und fiel aus, das Aufräumteam war kleiner als gedacht. Also räumten wir bis ca. 1.00h die Bude auf und machten uns bereit zur Abfahrt. Die gesamte Technik musste noch in der selben Nacht in Mainz beim Technikverleih landen, weil der Hänger nicht abzuschließen war und die Kleider fein aufgehängt im Atelier.
Ich fuhr die erste Ladung ins Atelier, Papa wollte gleich nachfahren.
Wir warten. Papa kommt nicht.

Irgendwann kommt er zu Fuß zum Tor herein. Das Auto springt nicht an. Nice.

Das Dinge schief laufen, kennen wir ja, also machte ich mir erst nicht zu viele Sorgen. Doch als der ADAC kam und es auch nicht zum laufen kriegte, flatterten mir die Hosen.
Dieses Auto hatte die einzige Anhänger Kupplung um den Hänger wegzufahren UND es stand genau in der Ladezone vom Hotel.
Nach dem die leere Batterie geladen wurde war die Diagnose: Schlüsselsperre. Anscheindend war der Schlüssel geprellt und streikte nun.

Das Urteil war glasklar: Entweder wir kriegen die verdammte Karre (sorry Menashion BMW, du bist mir sonst immer ein treuer Begleiter, aber das war rattig) von der Ladezone oder für einen von heißt es „Italien, Ciao Kakao“.

Es war mittlerweise 2.30h.

Auf den Laurenziberg fahren und den Zweitschlüssel holen, hätte 2h gedauert und dann (SPÄTESTENS) 5h am Flughafen zu sein, war utopisch.
Bis zum Schluss hätte ich nicht geglaubt, dass ich wirklich nicht mitfliegen könnte.

Ich bin es gewohnt für alles eine Lösung zu finden.

Doch diesmal nicht.
Kurz um; meine Familie flog, ich blieb in Frankfurt, verbrachte den nächsten Tag damit von A nach B zu fahren um mein Auto vom Fleck zu kriegen, schleppte alle Kisten alleine, suchte verzweifelt nach einem bezahlbaren Alternativflug nach Kalabrien und flog schließlich einen Tag später, ebenfalls 6h morgens von Düsseldorf hinterher.
Ein Albtraum.

Frage:

Unter welchen Umständen wächst ein Mensch persönlich am allermeisten?

Wenn wir zu wenig Druck haben, es zu gemütlich ist, dann bleiben wir wo wir sind oder fallen ab.
Bei zu viel Druck stagnieren wir. Wir haben gar kein Platz uns zu entfalten und erstarren.
Meine Mami hat es mir immer so beigebracht:

„Am meisten Wachstum erleben wir durch dezente Überforderung.“

Ein Tick zu schwer, ein bisschen sehr anders als sonst.
Es kostet Kraft mit der Situation umzugehen, aber es lässt uns nicht „ertrinken“.

Nun ist dieser „smoothe Abgang“ genau 2 Monate her (OMG heute ist der 22.!!! Zufälle gibt’s), ich hatte eine herrliche Zeit in Italien und Kolumbien und rückblickend kann ich schmunzeln.
Die Nacht erinnert mich irgendwie an die Zeichentrick Szenen wo Donald Duck erst über die Fußschwelle stolpert, sein Einkauf auf den Boden klatsch und er dann eins mit der Bratpfanne übergezogen kriegt.

Ich kann schmuzeln, weil ich mich irgendwie freue, dass Gott diese Situation anscheinend mittlerweile als „Dezente Überforderung für Ricarda“ sieht.

She can handle it.

And I DID!
Vor einem Jahr wäre ich wahrscheinlich in blanker Verzweiflung geendet.
Aber diesmal bin ich daran gewachsen. Die katastrophalen Geschehnisse und Konsequenzen werden ja nicht weniger, deshalb mache ich mich besser gleich daran, sie mit Gelassenheit zu tragen.

Mit 86 wäre ich dann gerne Vollprofi darin.

Dir auch viel Erfolg, by the way.

Soooo, bis dahin wird unser Atelier aber nicht größer und da mir schon wieder die Ideen überlaufen, wird jetzt Platz gemacht im Regal.

Wenn du nach diesem nervenaufreibenden Bericht noch Power hast, stöbere schnell durch unseren END SEASON SALE und schnapp dir das Teil, auf dessen Discount du nur gewartet hast. (Die letzten Überbleibsel müssen jetzt Platz machen für den Winter) 🙂
Hopphopp. Wir haben einige Überraschungen für dich parat.
Zb. meine Ballon Ärmelbluse für 57€, Draperie-Kleid 104€…SHOP NOW

Auf die DEZENTEN ÜBERFORDERUNGEN – Cheers!

Feste Umarmung,

deine Ricarda

 

Liebe Rami, deine Fotos sind der Hammer geworden. Vielen Dank.
Ambrosia Art Photography by Ramona Laurisch.

 

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