“Wenn ich bloß Zeit dafür hätte”


Jetzt hast du sie.

Kein Kommentar

Also, dass es nun doch so weit geht, hätte vermutlich keiner gedacht.

Manchmal malt man sich vielleicht schon die grausigsten Zukunfts-Szenarien aus und mal schmunzelt man über die Reaktivierung von 2000er-Kettennachrichten mit solchen Bildern und zu vielen Emojis:

Was nun kommt – I don´t know.

Aber eine unter vielen Herausforderungen jetzt gerade ist wohl – dass uns allen die Decke auf den Kopf fällt.

Leider sind auch für uns allerlei Messen und Veranstaltungen gestrichen, weshalb diese Woche sich an manchen Nachmittagen ein bisschen wie Tag 8 im Urlaub anfühlte.

Tag 8?

Normalerweise braucht es ein paar Tage, bis ich alle Alltagsgedanken verdaut habe. Und dann beginnt mein Kopf plötzlich längst vergessene Kapazitäten freizusetzen.
Es fühlt sich dann an, als wäre ein Stück vom Gemüsebeet abgeerntet und umgegraben. Und – tada – dann wachsen neben Kartoffeln auch mal Blumen. (Ihr versteht mich.)

Hauptsächlich sind das zwei Dinge:

  1. Gedanken, die ich zu Ende denke.
  2. Kreative Projekte, für die ich sonst keinen Kopf habe

Es ist nicht so, dass ich sonst nicht tief nachdenke. Aber vermutlich hat man jetzt die Zeit, Dinge zu Ende zu denken.
Ich habe schon einige Blogs zum Thema Effizienz, Ziele, Blablablubb, geschrieben.
Ich liebe das, wirklich.
Aber um ehrlich zu sein, grade in einer Zeit wie jetzt merkt man, wie wenig einem am Ende das bringt, was man vermeintlich „erreicht“ hat.

Mein Bruder bangt um seine Muckis, die jetzt kein Fitnessstudio mehr haben.
Egal, wie viel er trainiert hat, vielleicht wird er jetzt wieder dünn.

(Haha, sorry Rapha, I love you)

Egal, welch schicken Job mit Skyline Blick man sich erkämpft hat, jetzt sitzen wir alle im Home Office.
Egal, wie viel Geld man unterm Kopfkissen hat, Klopapier krieg’ ich trotzdem nicht.
Egal, wie hübsch meine Kleider sind, ausführen kann ich sie gerade doch nicht.

Nein, es ist nicht alles sinnlos und Quatsch.

Aber was bin ich, wenn ich das Alles mal nicht habe?
Was ist der Kaffeesatz in meiner Tasse, der immer bleibt?
Muss man sich schon fragen.
Nicht gleich antworten.
Nachdenken.
Aufschreiben.

Glaube. Liebe. Seele. Gott? (Let brainstorming beginn …)

So, genug zu meinem kleinen Gedankenausflug. Man darf auch nicht in einem Gedankenkarussell der Langeweile enden.
Daher hier die Nummer Zwei meiner freigesetzten Kapazitäten:

Kreative Projekte, für die ich sonst keinen Kopf habe.

„Hätte ich nur mal die Zeit dazu!“

Wie oft haben wir uns diesen Satz schon gedacht oder ausgesprochen?
Mit Sicherheit ständig.
YES GIRL, die Zeit für dieses „dazu“ hast du JETZT.

Meine Freundin hat bereits ihre komplette Schlafzimmerwand mit einem Sternenhimmel bemalt. (Ich beneide ihren Tatendrang)
Aber ich meine gar nicht gleich solche riesigen Mehrtages-Projekte.

Es gibt schon so viele Kleinigkeiten, die wahnsinnig viel Spaß machen.

Um euch ein wenig zu inspirieren, möchte ich hier kurz meine Lieblingsbeschäftigung der letzten Tage mit euch teilen: ZEICHENSESSIONS.



(By the way; wem die schicke grüne Bluse gefällt; schreibt mir eine Mail – gibt es, aber nicht im Shop. 🙂 )

Und ob du schon immer gern zeichnest oder nicht – es ist wahnsinnig entspannend sich mit Linien und Formen oder Farben auseinander zu setzen.
Hier ein paar meiner Favorites:

1. Tinte

Ich habe noch ein paar entzückende Federn von meine Großmutti und rabenschwarze Tinte (die leider etwas dick geworden ist, hat jemand einen Tipp, wie man sie verdünnt?), die ich so gut wie nie benutzt habe.
Vielleicht hast du auch noch einen Füller aus der Schulzeit? Oder einfach einen Fineliner?
Setz dich vor die Haustür oder den Balkon, nimm ein ganz weißes Blattpapier – und versuche Objekte, die du siehst einzufangen. Die Türklinke vom Gartentor, die Regenrinne vom Nachbarhaus, deine Schnürsenkel, einen Rosenstock – egal.

2. Abpausen (very artsy, hehe)

Gestern hätte ich mir sehnlichst Harry Potters Kämmerchen unter der Treppe gewünscht, aber die dunkle Ecke im Flur hat auch funktioniert.
Du stellst deinen Laptop oder Tablet auf den Boden und suchst dir z.B. ein charakteristisches Portrait von Mutti raus. Bildschirm ganz hell, Blattpapier darauf legen und mit einer Linie alle Konturen nachzeichnen. Versuche alle Flächen zu umranden ohne die Linie zu unterbrechen.

(Wirkt gleich sehr – artistisch. Auch wenn man es eigentlich nicht ist.)

3. Wasserfarben

BESTIMMT hast du irgendwo noch einen alten Wasserfarbkasten herum liegen.
Und Aquarell Techniken haben auch bei Anfängern eine sehr coole Wirkung.
Auf Youtube gibt es super viele gute Tutorials, wie z.B. das hier: https://www.youtube.com/watch?v=SXxVu4JBoFw

Während dessen:
Manchmal höre ich den ganzen Tag Klassik auf voller Lautstärke, bis ich mich für Best-of-Kizomba entscheide, aber gerade bin ich auf eine Art afrikanische Savanna-Musik (?:D) gestoßen und bin hin und weg.
https://www.youtube.com/watch?v=gcgPRmLPPqw&t=4416s

Zeit kreativ zu nutzen, muss aber natürlich nicht unbedingt ein „Klassiker“ wie Zeichnen sein.
Hier kommen meine 7 Best-of-Stay-at-Home-ToDos der letzten Tage:

  1. Pinterest durchforsten und Pinnwände zu Tweed Hosen und Vintage Schnittmustern erstellen
  2. Sticken (WAHNSINN!!! Hat jemand gute Tips für mich? – Schreib`s mir biitte in die Kommentare)
  3. Wasser mit Zitronen und Gurken trinken
  4. Spazieren gehen und dabei ein Magnum Eis am Stil essen (Weniges lieb ich mehr)
  5. Gute neue Gewohnheiten zu etablieren, wie morgendliches Stretching
  6. Natur Dokumentationen ansehen und nicht aus dem Staunen über diese unfassbare Schöpfung zu kommen (Check out Netflix!)
  7. Skype Dates mit mehreren Freunden machen und dabei Kaffee trinken

und weils so schön ist, noch eine 8. Sache als Herausforderung:

8. Gedichte auswendig lernen

Haha, um ehrlich zu sein, kriege ich gerade während ich diese Liste schreibe, lauter gute neue Ideen.
Vielleicht beginne ich morgen:

  1. Mundharmonika spielen lernen (entweder habe ich noch eine oder ich muss mal auf Amazon suchen…?)
  2. Kreide malen auf der Straße
  3. Briefe schreiben und versenden
  4. Apfelringe selber trocknen oder Kaiserschmarrn machen (so einfach!)
  5. Eines meiner platten Fahrräder reparieren
  6. Alte Tagebücher durchlesen

Wahrscheinlich sollte ich an dieser Stelle aufhören, denn irgendwo müssen diese Dinge ja auch aus dem Moment entspringen – und nicht komplett durchgetaktet sein.
Aber ich hoffe du kannst dich nun etwas mehr auf die vermeintlich anstehenden, gähnenden Tage zu Hause freuen.

Nichtsdestotrotz weiß ich, dass viele nun gerade wirklich schwere Herausforderungen haben und nun sicher keine leichte Zeit bevorsteht. Ich hoffe und bete, dass wir diese Zeit über gemeinsam stark bleiben und tapfer überstehen.
Habt euch lieb, kümmert euch gut um einander, ermutigt euch, haltet die Laune oben, denkt viel nach, reflektiert die letzte Zeit, habt Humor.

Leider wird es keine Möglichkeit geben Menashion in den nächsten Wochen offline zu kaufen, da alle Messen und Events abgesagt sind. Sehr schade. Unser Online Shop ist aber natürlich immer offen für euch – hoffentlich dann ganz bald auch wieder live. 🙂

Übrigens: Eigentlich nehme ich kaum Einzelanfertigungs-Anfragen an – aber vielleicht lässt sich die eine oder andere Idee momentan zeitlich gut umsetzen. Schreibt mir einfach! 🙂

Feste Umarmung aus der Ferne,

eure Ricarda

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