Made in ..


Gibt es bei Mode auch so etwas wie Bio Siegel bei Tomaten?

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Für alles gibt es seitenlange Produktions-Richtlinien. Doch zur Abwechslung sollen uns diese DREI WORTE genügen.

MADE IN CHINA. MADE IN BANGLADESH. MADE IN …

Das war´s?!

Bei den Tomaten können wir einfach fix nach dem grünen Öko Zertifikat suchen und unser Gewissen ist beruhigt. Doch woher weiß ich, welche Mode ich kaufen kann, ohne das Gefühl zu haben leidende Kinder in Sonstwo auszubeuten oder gleich an Pestiziden hautkrank zu werden?

Gibt es bei Mode nicht auch so etwas wie BIO SIEGEL?!

 

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NOPE. Schön wär´s – Auf was soll ich denn sonst achten?

Liebe Leute, an dieser Stelle muss ich erst mal die beiden größten TRUGSCHLÜSSE aus dem Weg räumen.
#1: Der Preis
#2: Die Marke

Ich bin gerade UNGLAUBLICH begeistert von der Biografie von Phil Knights. Der Gründer des gigantischen Unternehmens NIKE. Die ersten Nikes (damals noch Tigers) verkaufte er 1962 für sage und schreibe 6,95$!

 

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http://brandchannel.com/2015/07/01/nike-phil-knight-070115/

 

Wieso, verdammt nochmal, bezahle ich heute locker über 100€ dafür?

Ganz sicher NICHT weil die Arbeiter jetzt Schokoriegel für die Mittagspause bekommen oder die Qualität nun so gut ist, dass jedes Paar 10 Jahre hält. Die Produktionkosten liegt immer noch bei ca. 2,50€ pro Paar.

UND DER REST?!

Jedes Label entscheidet SELBST wie viel REST bleiben muss.
Es kann also sein, dass Deichmann seine Schuhe mit dem selben Kleber klebt wie Nike. Dass H&M unter der gleichen Nähmaschine näht wie PRADA. Hier findest du zwar ein Marken-Siegel, aber KEIN Bio-Siegel.

ES GIBT KEINE RICHTIGE QUALITÄTS GARANTIE.

Es sei denn, du entscheidest selbst, wo, wie und von wem produziert wird. FAIR TRADE ist mittlerweile auch in der Textilbranche ein bekannter Begriff  Wenn ich schon kein Fairtrade oder Bio Siegel habe, dann wenigstens die richtigen WERTE und meine eigenen AUGENZEUGEN. Denn ich will nicht nur FAIR sein, ich will verdammt korrekt sein. Und damit nicht nur ich, sondern auch DU weißt, was bei uns Sache ist, werde ich dir von der Herstellung UNSERER KLEIDER berichten.

FAIR TRADE ist mittlerweile auch in der Textilbranche ein bekannter Begriff. Hier wird kontrolliert, dass die Arbeiter in (meistens) Entwicklungsländern angemessen bezahlt werden.

Die Produktion liegt meistens trotzdem noch UNHEIMLICH weit weg.

Aber ich will nicht nur FAIR sein, ich will verdammt KORREKT sein. Ich will BUDDIES mit meinen Partnern sein. Und damit nicht nur ich, sondern auch DU weißt, was bei uns Sache ist, werde ich dir von der Herstellung UNSERER KLEIDER berichten.

Du kannst beruhigt sein, ich biete dir etwas mehr als 3 Worte. 🙂
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Ein tolles Zitat.

Doch nicht zu selten würde ich es gern ergänzen durch: Jedem Anfang wohnt PURE VERZWEIFLUNG inne.

Ich meine – ja. Das erste mal Bienenstich essen, das erste mal Schnee sehen, das erste mal morgens die Sonne spüren – das alles ist schon sehr zauberhaft.

Aber wenn du das erste mal beispielweise… sagen wir… EIN MODELABEL GRÜNDEN WILLST – dann bist du der VERZWEIFLUNG GEFÄHLRICH NAH.

Denn die erste verzweifelte Frage, die wir uns anfangs stellten, war: Wie und Wo stellt man Mode her?

Bei den Referaten in der Schule ging das irgendwie leichter: Da musste man einfach fix ein paar Infos bei Wikipedia über den Sauren Regen und den Querschnitt einer Buchecker googlen und fertig. Auf´s Plakat klatschen, 1+.

Doch ich wusste nicht mal nach WAS ich googlen soll.

Näherei?!

Du kannst dich dann durch Lokalanzeigen wie „Änderrungsschneiderei by Brigitte“ oder „Anzüge nach Maß“ forsten. Einen Fragesatz „Ich möchte ein Modelabel gründen, wo kann ich qualitativ, bezahlbar und in kleiner Auflage produzieren?“ – Viel Spaß bei Gutefrage.net

Wir fuhren bis nach Passau um das Zauberwort zu finden. (also doch ein Zauber?!)

LOHNKONFEKTION.

 

Doch schnell fand ich heraus, das Lohnkonfektion in Deutschland UNBEZAHLBAR ist. Ich wollte doch lokal bleiben! Aber da ich auch nicht wollte, dass man unsicher ist, ob man ein Kleid oder einen Kleinwagen gekauft hat, musste ich der Tatsache ins Auge blicken.

Muss ich mich jetzt zwischen Asien und Designerpreisen entscheiden?

Immerweiter durchforsten wir das Internet. Irgendwo, in irgendwelchen Handelsregistern, stießen wir auf Ella. Der Name klang so sympatisch.

Einfach Ella. (Gut, oder?)

Eine kleine, polnische Näherei in Kattowitz und ein wahrer Treffer ins Schwarze, wie sich nach einem ersten Telefonat herausstellte. Denn schnell stellte ich fest, dass nicht nur der Name sympatisch ist. Ich war aufgeregt wie ein kleines Mädchen: Vor zwei Wochen durfte ich diese Näherei das ERSTE mal besuchen.

Kofferraum-Camping.

Unser Flieger ging um 8 Uhr in Dortmund.

(Ricarda, wie bitte wolltest du da rechtzeitig losfahren?!)

Das ist uns dann einen Tag vorher auch aufgefallen und wir entschieden schon am Abend vorher Richtung Dortmund zu düsen. Wir klappten um Mitternacht die Sitze um und schliefen im Kofferraum unseres „Menashion Mobils“. Papa kam auf die grandiose Idee KEINE Isomatte mitzunehmen („ist doch unnötig.“) – dementsprechend haben wir dann auch geschlafen. (Also quasi gar nicht – #nothingcantstopme)

Landung in Kattowice.

Bisher kannte ich Ewa nur vom Telefonieren. Es ist so witzig schon so lang mit jemand zusammen zu arbeiten und KEIN Gesicht zu einer Stimme zu haben. Eine adrette Dame im knallroten Mantel und den schönsten Schuhen, die die Welt je gesehen hat winkte uns am Flughafen zu sich.
Alle Fragen die sich über 2 Jahre angesammelt hatten, platzten jetzt aus mir raus. Und Ewa erzählte: Von der Eröffnung vor 24 Jahren und von der Leidenschaft, Mode herzustellen. Mode, mit höchster Qualität.

 

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„Wieso habt ihr UNS aufgenommen?“

Ich glaube wir sind oft wahnsinnig ANSTRENGEND. Haha, wir sind wahrscheinlich das einzige Label, das seine Ideen noch per Kugelschreiberskizze auf Papier rüber schickt und Anmerkungen daneben kritzelt, nach dem Motto „Macht ihr mal“. Unsere Stückzahlen sind … dürftig. Unsere Ansprüche hoch. („HILFE, wir BRAUCHEN MORGEN DIE TEILE FÜR UNSERE MODENSCHAU). – Ella musste schon einiges ausbaden.

„Ihr wart uns einfach sympatisch.“ meinte Ewa.

„Und wenn wir an jemand glauben, dann stehen wir hinter ihm. Bis zum Schluss.“

Witzig. Irgendwie spürt man einfach, wenn die Chemie stimmt. So betrat ich das ERSTE mal den Saal, in dem MEINE DESIGNS gefertigt werden.
Atemberaubend.

Ungefähr 10 Nähmaschinen, Frauen, die mit Stoffproben hin und her flitzen, dampfende Bügeleisen, Modellierpuppen und rollenweise Stoffe.

 

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Plötzlich lernte ich sie alle kennen.

Die Schnittdirectrice, die Näh-Ladies, die Sektretärinnen, die mir am Telefon immer so geduldig auf all meine Fragen antworteten.

Auf einer Stange hingen Deutsche Bahn Uniformen, designt von Guido Maria Kretschmar. Auf der nächsten die Kostüme der Mitarbeiter von Disney World. Dann Haute Couture für die Fashion Week.
Und dann war da MEINE Kollektion. MENASHION – Herbst/Winter 2017.

 

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Es ist, als hätte ich lauter Puzzleteile verschickt und sehe das erstemal das fertige Puzzle. Ich braue Ideen im Kopf zusammen, bringe sie zu Papier und dann – als drücke ich das Knöpfchen eines 3D Druckers – liegen sie plötzlich vor mir.

(Es ist mir gerade etwas zuwider, das so ENORM SIMPEL auszudrücken, weil es das ABSOLUT nicht ist – aber am Ende ja irgendwie doch.)

 

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Nach diesem Wochenende dachte ich mir: DAS IST FAIR.

Ich weiß wer hinter der Nähmaschine sitzt und ich weiß, dass sie anständig bezahlt werden. Ich habe die Möglichkeit VERDAMMT KORREKT zu sein, mit den Mitarbeiterinnen auf Whats App (ein Hoch auf die moderne Technik) zu schreiben und ihnen deutsche Schokolade zu schicken. Ich liebe das.

LOVE GOD. LOVE PEOPLE.

Ihr seht, ich habe mich in der letzten Zeit viiieel mit Herstellung beschäftigt. Deshalb wollte ich mich SELBST MAL WIEDER ANS WERK machen!

 

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Auf meinen letzten Wickelrock gab es so tolle Resonanz, dass ich ein paar Modelle in meinen Lieblingsstoffen für euch genäht habe. Also quasi handmade in Laurenziberg. LIMITED EDITION! 🙂

 

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Wie du an meiner schönen Mami und Schwester sehen kannst, gibt es den Rock in Bonbonrosa, Himmelblau und mit großen Rosen. Die Größe ist egal, weil er VERSTELLBAR ist. Du wickelst ihn dir einfach um die Taille und siehst großartig aus :-).

 

 

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Outfit #1:

Meine Schwester Rahel ist das Ganze etwas sportlich angegangen. Weiße Chucks (fast IMMER eine gute Kombi mit Kleidern und Röcken) und ein schulterfreies Croptop. Sehr cool. Vorallem für einen gemütlichen freien Tag oder Ausflug.

Outfit #2:

Wickelrock, Wickelshirt – was will man mehr. DU siehst,ich bin gerade etwas ime “Wickel-Fieber”. Dazu ein sommerlicher Strohhut von Oma und umd das ganze etwas aufzulockern: Rosa Schlappen.

Outfit #3:

Ich habe dich ja das letzte Mal schon über das Allround Talent “Weiße Bluse” aufgeklärt 🙂 Mama hat sich für eine besonders schicke Kombi mit eine langärmligen Bluse und leichten Puffärmeln entschieden. Dazu cremefarbene, spitze Pumps mit Stickerein … pure ELEGANZ.

 

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Vielleicht steht bei dir auch schon die nächste Sommerhochzeit, ein Picknick mit Freunden oder ein Ausflug ins Warme an?

Such dir deine Lieblingsfarbe aus und bestelle HIER deinen Wickelrock!

Bis zum 28.April bekommst du sogar eine selbstgebasteltete Postkarte mit persönlichem Frühlingsgruß dazu!

Jedes Stück ist ein UNIKAT und es kann sein, dass ich dich zeitlich etwas vertrösten muss, wenn meine Muster gerade vergriffen sind. 🙂

 

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Soo, nun hoffe ich du wappnest dich mit diesen frischen Farben für den Sommer und du konntest einen guten Einblick in unsere Produktion der Mode erhaschen.

Wann immer dir noch Fragen dazu auf der Seele brennen, schreib mir – ich freu mich von dir zu hören!

Außerdem darfst du mir gerne die Daumen drücken: Ich bin gerade in München und stelle auf der Stijl Design Messe aus. Parallel suchen wir hier fleißig die Location für unsere FASHION SHOW im Herbst aus – sei gespannt!

Feste Umarmung und viel Segen,
deine Ricarda

Die tollen Fotos vom Wickelrock sind von www.luisefuchs.com. Vielen Dank!! <3

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2 Kommentare

    1. Vielen Dank liebe Lisa!! Freu mich, dass es dir gefällt 🙂 Welchen magst du am liebsten? <3

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