Classic Patterns


So spießig muss Karo nicht sein.

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Manchmal wünschte ich schon, ich hätte mich mal ein paar Jahre einfach nur hinter Schneiderpuppen und Stoffbahnen versteckt und mich in Büchern der Textilkunde meines melodramatischen Mode-Professors vergraben.

Aber dann tröste ich mich damit, dass ich in diesem Fall wahrscheinlich aus Angst und Verzweiflung von zu vielen Geschichten gescheiterter Genies und den katastrophalen Statistiken von Modedesign-Absolventen niemals mehr Menashion gegründet hätte – oder ich vor lauter Fuddelarbeit selbst wahnsinnig geworden wäre. Wer weiß.

Und so muss ich ab und zu mal zwischendurch in die Textil und Modegeschichte eintauchen.
Da ich für unser neues Midi-Kleid ein so wunderschönes Karo Muster gewählt habe, muss ich euch an dieser Stelle unbedingt kurz mit rein nehmen.

Klassische Muster

Woher weiß man eigentlich, was als klassisches Muster gilt und was nicht?
Hahnentritt, Pepita, Schottenkaro, Nadelstreifen, Pfeffer-Salz, Fischgrat, Paisley, Vichy… Wer hat sich diese Namen ausgedacht und wie kommt man dazu, sie als “Klassiker” zu bezeichnen?

Zu erst einmal, wie entstanden überhaupt Muster bei Textilien?
Glückliche Unfälle auf Photoshop oder Ergebnisse der Langeweile?

Viele Muster, die wir als Klassiker bezeichnen, sind logischerweise nicht auf Illustrator entstanden, sondern sind quasi das Ergebnis von experimentierfreudigen Web- und Wirktechniken. Je nach dem welche Farben ich für Kette (Längsfaden) und Schuss (Querfaden) verwende und nach welchem Schema ich arbeite – entsteht ein anderes Muster.

Wer sich so etwas ausdenkt?

Sehr unterschiedlich.
So macht bspw. das “Schottenkaro” oder “Tartan” seinem Namen alle Ehre, da es durch die schottische Kultur der Highlands entstanden ist. Angeblich haben unterschiedliche Tartans die Zugehörigkeit der unterschiedlichen Regionen gezeigt.

Der älteste gewobene Tartan stammt aber eigentlich aus China. Dort wurden schon 3500 Jahre alte archäologische Funde gemacht, bei denen Karomuster auf Kopfbedeckungen für Jadefiguren gefunden wurden.

Nicht jedes Muster ist erst durch eine kreative Kultur oder Zufall entstanden. Es gibt auch einfach ein paar geniale Designer, die ein bestimmtes Muster so wunderbar ausgearbeitet haben, dass man heute sogar ihre Namen als Synonym benutzt. Burberry-Karo, Chanel-Steppung…

Ab wann bezeichnet man ein Muster als Klassiker?

Ein Muster wird erst dann zum Klassiker, wenn es sich über einen relativ langen Zeitraum bewährt und vor allem immer wieder auftaucht. Es ist ein Muster, das nicht nur 3,5 Monate in Mode ist, sonder als “zeitlos” gilt. Auch wenn es im einen Jahr vielleicht beliebter und im anderen weniger ist – ein solches Muster findet immer wieder seinen Auftritt.

 

So. Jetzt habt ihr einen kurzen Blick hinter die Kulissen der Textilmuster geworfen. (Und ich gebe zu, dass mich dieses Thema schon etwas triezt, selbst irgendwann der Namensgeber eines “Klassiker-Musters” zu werden. Let´s see. :D)

Ich bin jedenfalls sehr froh, dass die aktuellen “Trends” (die uns natürlich nichts vorschreiben sollten) gerade ebenfalls auf den Trichter der klassischen Karos gekommen sind – weil auch ich momentan absolut “kleinkariert” bin. 🙂

Unser Midi-Kleid No. 710 ist aus einer sogenannten Bengaline – sprich, eine Viskose-Elasthan Mischung, die einen recht festen Griff hat. Die Variante in Dunkelblau hingegen ist eher fließende Schurwolle.
Der Midi-Rock ist in feine Kellerfalten gelegt und auf beiden Seiten sind tiefe Taschenbeutel eingenäht (LOVE IT). Hochgeschlossen und knallige Paspeln and Ärmelsaum und Stehkragen.

Ich trage dieses Kleid zwar momentan eher winterlich, mit dickeren Strumpfhosen, Stiefeln und Omas Pelzhut (wohlgemerkt Secondhand) aber freu mich auch jetzt schon, auf ein paar schicke, rote Riemenschuhe im Sommer.

Hmm, schick, ja, aber ist das nicht etwas lang?

Midi-Röcke sind für viele noch recht ungewohnt.
Bitte. Trau dich einfach. Midi Röcke sind so elegant UND: sie strecken optisch.
GET THE LOOK.

Ich wünsche euch eine wunderbare Woche. Vielleicht findet ihr ja auch einen Moment, euch mal in ein Thema zu fuchsen, was euch schon ewig interessiert. Auch mal wichtig.

Fühlt euch fest umarmt,

eure Ricarda



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