BE COURAGEOUS


24h Drama in London

Kein Kommentar
shop the look

Mut.
Mhh, Mut = Heldenhaft.
Heldenhaft = Robin Hood
Robin Hood = Zieht furchtlos sein Ding durch = Alles geritzt

(Ich versuche kurz einen möglichen Gedankengang nachzustellen)

Ich dachte immer, mutig sein bedeutet sich zu trauen, ins kalte Wasser zu springen.
Zack, zack, Zähne zusammenbeißen. Pflaster ab.
Augen zu und durch.

Bis London mir wieder zeigte, dass diese Aussage nur zu 50% stimmt.

Wow, London! Wie spannend!! Denkt man sich.
Ständig on Tour!
Den ganzen Tag nur hübsche Kleider und Sekt!!
Jaa, Modedesign ist was Feines.

Letzte Woche bin ich mit meiner Schwester nach London geflogen, um ein zweites Mal auf der PURE Trade Show auszustellen.
Ich liebe London als Stadt und mit meiner Schwester ist ALLES lustig. #loveyouuu

Bis uns die letzten 24h dämmerten und die Reise ein dramatisches Ende nahm. (Haha, das klingt wie der Anfang eines Horror Films)

Was das mit unseren ersten Print Shirts zu tun hat? Let´s see.

Dienstag, 13. Februar, letzter Messe Tag:

Meine Schwester und ich waren total on fire, weil der Abbau schon um 16h war und wir noch einen (fast) halben Tag gehabt hätten, um die Stadt unsicher zu machen.
(Die vorigen Tagen durften wir ja nur die Hallendecke bewundern)
Wir trugen die ersten Koffer raus und als wir zurück kamen – fehlte unsere Kleider Puppe.
Genauer gesagt nicht unsere Puppe – sondern die uralte Vintage Puppe, die mir eine Bekannte mit Shop in London netterweise für die Messe ausgeliehen hatte. Geschätzter Wert 400 Pound.
Mir dämmerte schon nichts Gutes. Aber hey, erstmal nicht die Fassung verlieren. Nachbarn gefragt, keiner wusste was. Fundgrube? Auch nichts. Wir liefen ein paar mal (gefühlte 2km) in jedes Ecke der endlosen Halle – aber die Puppe war verschwunden.

Also Security.
Zwei Inder kommen an unseren Stand.

Nachdem wir rausfanden, dass die Dame lange in Stuttgart lebte und Deutsch sprach, redete Mukhtar (der andere) nur noch auf Indisch auf uns ein, damit seine Kollegin dann für uns dolmetschte. (Das alle fließend Englisch sprachen ist ja unwichtig)
Das Überwachungsvideo könne man leider nur unter Einreichung eines polizeilichen Befundes anschauen.
– Ja, können wir die Polizei rufen?
– Hm, die Polizei in London ist nicht so wie in Deutschland. (Kichern)
– Äh, also können wir sie nicht anrufen?
(10 Minuten Erklärung, warum die Polizei hier etwas komplizierter sei.)
Ich : google Notruf/London.
Nicht möglich von deutschem Handy. (was zum Geier?)
So durfte ich eine der charmanten roten Telefonzellen aufsuchen (die von innen leider nicht mehr ganz so charmant war… oder roch) um zu erfahren, dass Anliegen, die keine Emergencies sind, doch bitte online eingereicht werden.
Ich also auf die Website.
Klick, klick, Fragen beantworten.
Bis zu der Frage: Welchen Wert hat der vermisste Gegenstand?
Antwort zu „Unter 500 Pound“: Wir bitten sie das nächste Mal besser auf ihre Wertgegenstände aufzupassen und dem verlorenen Objekt eigenständig nachzugehen. (so in der Art)
Die Security guckt mich nur an nach dem Motto „Hab ich´s dir doch gesagt“ und damit war der Fall dann geklärt. Bzw. nicht geklärt.

Uhrzeit: 19.30h

Ich hätte mich ohrfeigen können, mir wurde schon so oft etwas auf Messen geklaut und ich DACHTE ich hätte daraus gelernt.
Aber eine PUPPE?? Wer klaut eine Puppe?
Es war eben nicht irgendeine Puppe, sondern eine Vintage Puppe. Quasi ein Sammlerstück. Ich hatte auch keine Ahnung WIE wichtig die Puppe für meine Bekannte sein könnte, vielleicht war sie ja von ihrer Urgroßmutter??

Uuuughh.
UNANGENEHM ist wahrscheinlich das richtige Wort für diese Geschichte.

Bobo (meine Schwester) und ich verkrochen uns an dem Abend mit Baked Beans im Bett und schauten Trueman Show anstatt London auszukosten.

Aber der Fluch hatte noch kein Ende:

Nächster Morgen: 3.30h aufstehen.
6h Flugahafen.

Kurz zur Vorgeschichte: Wir wären eigentlich 2 Tage später zurück geflogen um einen Abstecher nach Oxford zu machen, was aber ins Wasser fiel und ich musste einen neuen, früheren Flug buchen – da ist wohl einiges schief gelaufen:

Ich hatte versehentlich Priority anstatt 2 x 20kg Gepäck gebucht.
Ryanair liebt so etwas ja und drückt dir dann schön fest mit dem Finger in die Wunde.

Erste Strafgebühr.
Endlich geregelt, wollte ich den Koffer abgeben.

„Is Menashion your surname?“
Was will er??
Tatsächlich stand auf meinem Ticket Ricarda Menashion.
Mein Laptop hat diese Auto-Fill Option und trägt Adressen und Namen direkt ein – das ist anscheinend auch bei der Buchung passiert. Irgendwie hat bei Ricarda Menashion keine Alarmglocke bei mir geläutet, weil ich diesen Namen so gewohnt bin.
Als ich also wieder nach vorne zur Namenänderung geschickt wurde, dachte ich, ich bin im falschen Film.
200€, damit ich einen Papierzettel in die Hand gedrückt bekomme und mein Nachname zu Haase geändert wird!

(Für alle die so denken wie ich; meine Überlegung einfach zu bleiben und einen anderen Flug zu nehmen war auch keine Option, weil ich am nächsten Tag Geburtstag hatte und auf jeden Fall zuhause sein wollte)

Mittlerweile war schon einige Zeit vergangen und wir stürmten zur Sicherheitskontrolle.
Gefühlt war halb England in Urlaubsstimmung, ein älterer Herr fiel vorne in Ohnmacht und die Schlange somit ENDLOS (+ stockend wegen dem Opa-Knoten.)
30 Min bis Abflug.

Ich weiß nicht wie, aber mit halb zerkauten Innenwangen (mein Tick wenn ich unruhig bin – nervig) stürmten wir tatsächlich kurz vor knapp in den Flieger.

Die Kirsche auf dem Sahnehäubchen:
Dieser Flieger landete in Frankfurt International. Mein Auto stand aber bei Frankfurt Hahn (von dort flogen wir zuvor ab), also musste der beste Freund meiner Oma „Gottfried“ uns abholen, 1,5h nach Hahn tuckern, damit ich mein Auto wieder in Frankfurt hatte.

Da ihr jetzt sowieso in meine peinlichen Geheimnisse eingeweiht seid, kann ich das hier auch noch erzählen und dann bin ich ein offenes Buch:
Weil ich Essen partout nicht wegschmeißen kann, wollte ich UNBEDINGT (Bobo wollte mich davon abhalten) die übrigen Eier mit zurück nehmen.
Die Ironie des Schicksals wollte das Ganze wohl gekonnt abrunden und sie sind im Koffer geplatzt. #nice

YEAH. 24h Stunden Scheusal.
So doof, dass man eigentlich nur lachen kann, oder?

Wer von euch hat meinen Blog vom letzten Jahr gelesen – Wolke 7 vs. Kathastrophe?
Jaa, mich hat es auch verdächtig stark an meine letzten Flüge und Reisen erinnert – vorallem im Rückblick.
Und weißt du, was ich dann dachte?

Das wird sich wahrscheinlich nie ändern.

Und hier kommt unser Shirt ins Spiel:
Jaa, wir machen schöne Kleider (hinreißende Kleider, wenn ihr mich fragt!)
Aber bei Menashion stehen schon immer innere Werte an oberster Stelle. #truebeautycomesfromtheinside
Unseren aktuellen Lieblings Slogan haben wir gekührt und – TADAA – unser erstes Statement Shirt damit gedruckt.

BE COURAGEOUS.
Zu Deutsch: Sei mutig. (Englisch klingt ja immer so cooool.)

BE courageous“ bedeutet „SEI mutig“
Sein ist nichts temporäres. Nichts, was man für eine Minute ist. In einer Situation.
Wenn du einmal ins kalte Wasser springst, dann ist der Schock Moment ja fix überstanden. Das ist temporär.
Sein ist ein Dauerzustand. Man könnte auch sagen „LEBE mutig“.

Das sind die anderen 50% von „be courageous“.
Ungewisse Dinge zu tun. Nicht immer auf Nummer sicher gehe. Mutig leben.
Dann muss ich wohl oder übel immer wieder mit Turbulenzen rechnen.

Es ist ein Trugschluss zu meinen, dass du EINMAL mutig bist und EINMAL kaltes Wasser ertragen musst.
Sich auf dünnem Eis zu bewegen, bringt ein SEHR HOHES Risiko mit sich, einzubrechen.

„Man kann keine neuen Ozeane entdecken, hab man nicht den Mut, die Küste aus den Augen zu verlieren.“(André Gide)

Aber weißt du, was das schöne ist?

Du brichst nicht ein und gehst unter.
Eigentlich macht es nur – einen dicken Pelz.

Denn was mich eigentlich an der ganzen 24h-Katastrophe überrascht hat:
Am selben Abend noch lag ich putzmunter im Bett und war glücklich zuhause zu sein. All die blöden Dinge waren wie – vor der Haustür stehen geblieben.
Und haben mich seitdem nicht einen schlechten Gedanken gekostet.

Und vor drei Jahren??

Ich weiß noch wie ich eine Woche geheult habe, weil bei meinem Peugeot 207 die Airbags aufgegangen sind. Oder weil mir die Kasse geklaut wurde.

1 Woche. Dann nur noch ein paar Tage. Dann bis zum nächsten Tag.
Und dann mein Rekord: 4h Stunden.
Am gleichen Tag noch, war das Thema Puppe und Co für mich gegessen.

Und DAS hat mich gefreut.

Nicht weil ich so klasse bin. (Glaub mir, ich KONNNTE mich in solchen Situationen nicht zusammen reißen)
Sondern durch Übung. Oder Gewohnheit.
Ich bin sicher, jeder von euch kennt Tage oder Situationen wie meine London-Geschichte.
Deshalb bin ich mir sicher, du würdest das hier unterschreiben:
BE COURAGEOUS, heißt auch beständig in Fettnäpfchen zu treten.

ABER: die Fettnäpfchen müssen jedes mal massiver werden, um dich aus der Bahn werfen zu können.
Denn man wächst über sich hinaus.

Deshalb sollte das Ziel nie sein, Fettnäpchen zu meiden. Sondern einfach schneller den Fuß rauszuziehen.

So dass wir irgendwann Rekord Geschwindigkeiten erreichen.
Und uns nichts und niemand mehr unterkriegt.

Dieses Shirt ist nur ein Shirt.
Aber jeden, der es trägt, will ich daran erinnern, den mutigen Weg zu gehen. Der, bei dem ständig etwas schief geht. Aber der dich ans richtige Ziel bringt.

Wer so eine Erinnerung braucht: This shirt is for you, ladies!
Vorerst nur 20 Stück, 100% Organic Cotton, doppelt genähte Schulternähte, Farbe Candy Pink und einen sehr, sehr cooler Schnitt.
Eure Menashion Teil sind ja sehr elegant und an Tagen, an denen man auch mal etwas lässiger sein möchte – ist dieses Shirt die perfekte Kombination.

Ich hab es zum Beispiel einfach mit unserem Bleistift Rock mit Hahnentritt Muster, ein paar Sneakern und Ledermantel kombiniert. #hellospringtime
By the way: dieser Mantel ist Vintage, deshalb habe ich euch in der Produktverlinkung nur einen ähnlichen hinterlegt!

Habt einen herrlichen Start in den Frühling und freu mich sehr einige von euch hoffentlich ganz bald wieder zu sehen!:-)

Feste Umarmung,

eure Ricarda

 

(P.S. Hattest du auch kürzlich so einen Fettnäpchen Tag? Über Geschichten-Mails oder -Kommentare freue ich mich. Zu wissen, man ist nicht die einzige mit Pechsträhne – tut immer gut, haha! :D)

         

All diese sensationellen Fotos sind in Zusammenarbeit mit Ramona Laurisch | AmbrosiaArt Photography entstanden! <3

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